(SG) Jugendliche als Brandstifter vom Hossenhaus identifiziert und gefasst
- Bergische Blaulichtnews
- 15. Jan.
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Ein verheerender Brand mit einem Schaden im sechsstelligen Bereich erschütterte am Abend des 4. Oktober 2025 die Evangelische Kinder- und Jugendhilfe Hossenhaus. Inzwischen steht fest, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde. Nach Angaben des zuständigen Oberstaatsanwalts Wolf-Tilman Baumert richtet sich der Tatverdacht gegen zwei Jugendliche aus Solingen im Alter von 14 und 15 Jahren.
Den entscheidenden Hinweis erhielten die Ermittler durch ein Verkaufsangebot im Internet: Ein Gegenstand, der bei der Brandstiftung entwendet worden war, tauchte auf der Plattform Ebay auf. „Der Verkäufer konnte als der 14-jährige Beschuldigte identifiziert werden“, so Baumert. Der Jugendliche habe die Tat schließlich gestanden und dabei auch seinen mutmaßlichen Komplizen benannt. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.
Ausgebrochen war das Feuer in einem Schuppen auf dem Gelände. Von dort griffen die Flammen auf ein benachbartes Fachwerkhaus über. Teile der Außenfassade und des Daches wurden zerstört, ebenso ein Badezimmer. Zusätzlich verursachten Rauch und Löschwasser erhebliche Schäden im Gebäudeinneren.
Geschäftsführer Michael Henke spricht dennoch von einem glücklichen Ausgang: „Von dem dreifach verglasten Fenster sind lediglich zwei Scheiben gesprungen.“ Wäre auch die dritte Scheibe geborsten, hätte sich das Feuer vermutlich auf das gesamte Gebäude ausgedehnt, wie die Feuerwehr einschätzte.
Infolge des Brandes musste die heilpädagogische Tagesgruppe 2 kurzfristig verlegt werden. Die betroffenen Kinder werden seitdem im hinteren, unbeschädigten Gebäude in Untenkatternberg betreut. Die dort ursprünglich untergebrachte Tagesgruppe 1 ist vorübergehend in das Stammhaus an der Hossenhauser Straße 25 umgezogen.
Bis Anfang Dezember beseitigte ein spezialisiertes Unternehmen die Brandschäden und den Schutt. Als nächster Schritt steht die umfassende Sanierung an, die nach seiner Hoffnung bis Juni 2026 abgeschlossen sein soll.
Große Unterstützung erhielt die Einrichtung aus der Bevölkerung. Rund 7000 Euro an Spendengeldern seien eingegangen, berichtet Henke dankbar. Damit konnten unter anderem Therapiematerialien, Fahrräder, Hausschuhe und weitere Ausstattungsgegenstände ersetzt werden, die durch den Brand verloren gingen.
Auch emotional hinterließ das Ereignis Spuren bei den Kindern im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren. Es habe einen hohen Gesprächsbedarf gegeben, so Henke. Dank der engen Betreuung durch das pädagogische Team hätten die Ängste und Sorgen jedoch gut aufgefangen werden können.
Die Evangelische Kinder- und Jugendhilfe Hossenhaus betreibt an der Hossenhauser Straße 25 ein Kinderheim mit 36 stationären Plätzen sowie eine Ambulanz. Ein weiterer Standort mit zwei heilpädagogischen Tagesgruppen befindet sich an der Hossenhauser Straße 258 – dort kam es am 4. Oktober 2025 zu dem Brand.



























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