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(SG) Sachstand zum Bau einer zentralen Feuerwache am Schlagbaum

Bergische Blaulichtnews
vor 19 Stunden
3 Min. Lesezeit
Simon Preuß (stv. Leiter der Feuerwehr), Ordnungsdezernent Jan Welzel und Feuerwehrchef Sebastian Wagner präsentierten in einem Medientermin den aktuellen Sachstand zum Bau einer Zentralwache am Schlagbaum.
Simon Preuß (stv. Leiter der Feuerwehr), Ordnungsdezernent Jan Welzel und Feuerwehrchef Sebastian Wagner präsentierten in einem Medientermin den aktuellen Sachstand zum Bau einer Zentralwache am Schlagbaum.

Die mögliche Errichtung einer Zentralfeuerwache sorgt in Solingen seit einiger Zeit für Diskussionen. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die Fragen, ob die Feuerwehr auch künftig alle Stadtteile schnell genug erreichen kann, welche Auswirkungen eine Zusammenlegung auf den Personalbedarf hätte und ob zusätzliche Einsatzfahrten die Verkehrssituation rund um den Schlagbaum belasten würden. Fachliche Untersuchungen kommen nun zu dem Ergebnis, dass eine Zentralwachenlösung ein vergleichbares Sicherheitsniveau wie die bisherige Struktur ermöglichen könnte. Simon Preuß erläuterte zu den Untersuchungen, dass die Anrückezeit einer Feuerwehr nicht am Bürgersteig endete: "Wir müssen betrachten wie lange wir brauchen bis wir tatsächlich wirksame Maßnahmen in der Brandwohnung einleiten können und da benötigen wir bei einem mehrgeschossigen Gebäude nunmal länger als bei einem freistehenden Einfamilienhaus!".


Wo viele Menschen leben wächst die Struktur in die Höhe. So beispielsweise in Ohligs und der Hasseldelle. An der letztgenannten Siedlung kann die Feuerwehr die erforderlichen Zeiten aktuell kaum halten.
Wo viele Menschen leben wächst die Struktur in die Höhe. So beispielsweise in Ohligs und der Hasseldelle. An der letztgenannten Siedlung kann die Feuerwehr die erforderlichen Zeiten aktuell kaum halten.

Untersucht wurden demnach die derzeitige Struktur mit drei Feuer- und Rettungswachen sowie eine Variante, bei der ein bestehender Standort durch eine neue Zentralfeuerwache ergänzt wird. Ein wesentlicher Bestandteil der Untersuchung waren die vorgegebenen Schutzziele und die Erreichbarkeit der Bevölkerung.


Nach den Gefährdungs- und Erreichbarkeitsanalysen könnten die Schutzziele auch mit einer Zentralfeuerwache eingehalten werden. Der errechnete Erreichungsgrad liege bei rund 96 Prozent und damit auf dem Niveau der heutigen Struktur mit drei Feuer- und Rettungswachen. Relevante Unterschiede bei der Erreichbarkeit der Bevölkerung seien aus fachlicher Sicht nicht festgestellt worden. Die Gutachter bewerten die Zentralwachenlösung deshalb hinsichtlich des untersuchten Schutzniveaus als gleichwertig.


Die Feuerwachen sind in die Jahre gekommen. Teile der Feuerwache I sind bereits 90 Jahre alt, der neuste Anbau selbst sogar schon aus dem Jahr 1984.
Die Feuerwachen sind in die Jahre gekommen. Teile der Feuerwache I sind bereits 90 Jahre alt, der neuste Anbau selbst sogar schon aus dem Jahr 1984.

Weniger Doppelstrukturen beim Personal

Deutlichere Unterschiede ergeben sich bei der Organisation und beim Personalbedarf. Durch die Zusammenführung von Standorten könnten Funktionsstellen, die bislang mehrfach vorgehalten werden müssen, gebündelt werden. Nach den Berechnungen betrifft dies vier Funktionen, die rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr besetzt werden müssen.

Auf die erforderliche Personalstärke hochgerechnet entspricht dies den Angaben zufolge rund 22 Planstellen, deren mehrfache Vorhaltung entfallen könnte. Gerade mit Blick auf den zunehmenden Fachkräftemangel und den demografischen Wandel sehen die Gutachter darin einen Vorteil für die langfristige Handlungsfähigkeit der Feuerwehr.


Ordnungsdezernent Jan Welzel präsentierte die jährlichen Kosten für die möglichen Bauvorhaben. Durch die Streichung von 22 Planstellen könnten alleine bei der Feuerwehr jährlich rund 2 Millionen Euro gespart werden.
Ordnungsdezernent Jan Welzel präsentierte die jährlichen Kosten für die möglichen Bauvorhaben. Durch die Streichung von 22 Planstellen könnten alleine bei der Feuerwehr jährlich rund 2 Millionen Euro gespart werden.

Auch die möglichen Auswirkungen auf den Straßenverkehr wurden untersucht. Demnach sei durch eine Zentralfeuerwache keine signifikante Beeinträchtigung des Gesamtverkehrs zu erwarten. Einsatzfahrzeuge könnten unterschiedliche Routen in die jeweiligen Stadtteile nutzen und müssten nur teilweise über die Kreuzung am Schlagbaum fahren.


Zusätzlich sind Ausfahrtsmöglichkeiten in Richtung Kronprinzenstraße über die Teschestraße beziehungsweise direkt auf die Konrad-Adenauer-Straße vorgesehen. Dadurch könnten Einsatzfahrzeuge den eigentlichen Kreuzungsbereich teilweise vollständig umgehen. Die im Rahmen der Untersuchung ermittelte zusätzliche Belastung der Kreuzung summiere sich innerhalb von 24 Stunden durchschnittlich auf etwa eine Minute und 30 Sekunden. Insgesamt sei über einen Tag mit einer Beeinträchtigung von 6,6 Minuten zu rechnen erklärte Feuerwehrchef Sebastian Wagner.


Gutachter sehen auch wirtschaftliche Vorteile

Neben den einsatztaktischen und organisatorischen Fragen spielt die Wirtschaftlichkeit eine wichtige Rolle. Bei einer Zentralwachenlösung könnte auf den Neubau einer dritten eigenständigen Feuer- und Rettungswache verzichtet werden. Gleichzeitig könnten bauliche und personelle Doppelstrukturen reduziert werden.


Nach Einschätzung der Gutachter verbindet die untersuchte Zentralwachenlösung damit ein vergleichbares Sicherheitsniveau mit einer effizienteren Nutzung von Personal und Infrastruktur. Insbesondere der Wegfall mehrfach vorzuhaltender Funktionen sowie der Verzicht auf einen zusätzlichen Wachenneubau könnten der Stadt langfristig finanzielle Spielräume eröffnen.


Die Untersuchungen liefern damit wesentliche fachliche Grundlagen für die weitere politische Diskussion. Ob und in welcher Form eine Zentralfeuerwache tatsächlich umgesetzt wird, bleibt letztlich eine Entscheidung der zuständigen politischen Gremien.


So sollen sich die Alarmfahrten nach dem Bau einer Zentralwache verteilen.
So sollen sich die Alarmfahrten nach dem Bau einer Zentralwache verteilen.


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