(SG) Sachstand zum Bau einer zentralen Feuerwache am Schlagbaum

Die mögliche Errichtung einer Zentralfeuerwache sorgt in Solingen seit einiger Zeit für Diskussionen. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die Fragen, ob die Feuerwehr auch künftig alle Stadtteile schnell genug erreichen kann, welche Auswirkungen eine Zusammenlegung auf den Personalbedarf hätte und ob zusätzliche Einsatzfahrten die Verkehrssituation rund um den Schlagbaum belasten würden. Fachliche Untersuchungen kommen nun zu dem Ergebnis, dass eine Zentralwachenlösung ein vergleichbares Sicherheitsniveau wie die bisherige Struktur ermöglichen könnte. Simon Preuß erläuterte zu den Untersuchungen, dass die Anrückezeit einer Feuerwehr nicht am Bürgersteig endete: "Wir müssen betrachten wie lange wir brauchen bis wir tatsächlich wirksame Maßnahmen in der Brandwohnung einleiten können und da benötigen wir bei einem mehrgeschossigen Gebäude nunmal länger als bei einem freistehenden Einfamilienhaus!".

Untersucht wurden demnach die derzeitige Struktur mit drei Feuer- und Rettungswachen sowie eine Variante, bei der ein bestehender Standort durch eine neue Zentralfeuerwache ergänzt wird. Ein wesentlicher Bestandteil der Untersuchung waren die vorgegebenen Schutzziele und die Erreichbarkeit der Bevölkerung.
Nach den Gefährdungs- und Erreichbarkeitsanalysen könnten die Schutzziele auch mit einer Zentralfeuerwache eingehalten werden. Der errechnete Erreichungsgrad liege bei rund 96 Prozent und damit auf dem Niveau der heutigen Struktur mit drei Feuer- und Rettungswachen. Relevante Unterschiede bei der Erreichbarkeit der Bevölkerung seien aus fachlicher Sicht nicht festgestellt worden. Die Gutachter bewerten die Zentralwachenlösung deshalb hinsichtlich des untersuchten Schutzniveaus als gleichwertig.

Weniger Doppelstrukturen beim Personal
Deutlichere Unterschiede ergeben sich bei der Organisation und beim Personalbedarf. Durch die Zusammenführung von Standorten könnten Funktionsstellen, die bislang mehrfach vorgehalten werden müssen, gebündelt werden. Nach den Berechnungen betrifft dies vier Funktionen, die rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr besetzt werden müssen.
Auf die erforderliche Personalstärke hochgerechnet entspricht dies den Angaben zufolge rund 22 Planstellen, deren mehrfache Vorhaltung entfallen könnte. Gerade mit Blick auf den zunehmenden Fachkräftemangel und den demografischen Wandel sehen die Gutachter darin einen Vorteil für die langfristige Handlungsfähigkeit der Feuerwehr.

Auch die möglichen Auswirkungen auf den Straßenverkehr wurden untersucht. Demnach sei durch eine Zentralfeuerwache keine signifikante Beeinträchtigung des Gesamtverkehrs zu erwarten. Einsatzfahrzeuge könnten unterschiedliche Routen in die jeweiligen Stadtteile nutzen und müssten nur teilweise über die Kreuzung am Schlagbaum fahren.
Zusätzlich sind Ausfahrtsmöglichkeiten in Richtung Kronprinzenstraße über die Teschestraße beziehungsweise direkt auf die Konrad-Adenauer-Straße vorgesehen. Dadurch könnten Einsatzfahrzeuge den eigentlichen Kreuzungsbereich teilweise vollständig umgehen. Die im Rahmen der Untersuchung ermittelte zusätzliche Belastung der Kreuzung summiere sich innerhalb von 24 Stunden durchschnittlich auf etwa eine Minute und 30 Sekunden. Insgesamt sei über einen Tag mit einer Beeinträchtigung von 6,6 Minuten zu rechnen erklärte Feuerwehrchef Sebastian Wagner.
Gutachter sehen auch wirtschaftliche Vorteile
Neben den einsatztaktischen und organisatorischen Fragen spielt die Wirtschaftlichkeit eine wichtige Rolle. Bei einer Zentralwachenlösung könnte auf den Neubau einer dritten eigenständigen Feuer- und Rettungswache verzichtet werden. Gleichzeitig könnten bauliche und personelle Doppelstrukturen reduziert werden.
Nach Einschätzung der Gutachter verbindet die untersuchte Zentralwachenlösung damit ein vergleichbares Sicherheitsniveau mit einer effizienteren Nutzung von Personal und Infrastruktur. Insbesondere der Wegfall mehrfach vorzuhaltender Funktionen sowie der Verzicht auf einen zusätzlichen Wachenneubau könnten der Stadt langfristig finanzielle Spielräume eröffnen.
Die Untersuchungen liefern damit wesentliche fachliche Grundlagen für die weitere politische Diskussion. Ob und in welcher Form eine Zentralfeuerwache tatsächlich umgesetzt wird, bleibt letztlich eine Entscheidung der zuständigen politischen Gremien.










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